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Ausbildungschancen – mehr neue Wege wagen

In der Kolumne Wir haben die Chance (verdient) schreibt Andrea Kunwald über Babyboomer, Fachkräftemangel und Unternehmenskultur.

Es gibt zu wenige Fachkräfte, das wissen und beklagen wir. Trotzdem bleiben im vergangenen Jahr 40.000 Ausbildungsstellen im Handwerk unbesetzt, weil die jungen Menschen und deren Familien zu wenige der rund 150 Handwerksberufe überhaupt kennen und noch viel zu wenige verstehen, dass ein Studium nicht die einzige Perspektive für Erfolg im beruflichen Leben ist. Es gibt jetzt gesetzliche Rahmenbedingungen, die so umfassend sind, wie noch nie, sie greifen noch in diesem Jahr und das ist gut so. Chancen muss man aber auch nutzen können und wollen.

Gemeinsames Handeln von Unternehmen, Eltern und Großeltern – die Basis für Fachkräfteerfolg

Viele Unternehmen engagieren sich enorm bei der Fachkräftegewinnung, lassen sich kreativ Möglichkeiten einfallen, auch auf neuen, ungewöhnlichen Wegen mit den potentiellen Fachkräften in Kontakt zu kommen. Wie zum Beispiel im Dezember einige Städte, die ganz einfach mal den Weihnachtsmarkt verlängert haben, um ihren Unternehmen eine Gesprächsplattform zu geben und ihren Menschen Perspektive.
Ungewöhnliche neue Wege zu gehen, heißt kluge Wege zu gehen. Mir fällt da seit Langem immer wieder positiv die Kreativität der Handwerkskammer Oberfanken und das Engagement des Mittelstand-Digital Zentrums Handwerk Bayreuth auf. Kontinuierlich nah und ideenreich am Menschen zu agieren ist wirklich erfolgversprechend!

Das Fachkräftedefizit trifft deutlich den Mittelstand und das Handwerk, das wirklich sehr auf gut ausgebildete Mitarbeitende angewiesen ist. Gleichzeitig gibt es in Deutschland mehr als 1,2 Millionen junge Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das ist ein enormes Potential an jungen Menschen, die eine bessere Perspektive brauchen. Das ist aber auch ein zu großes Potential an enttäuschten jungen Menschen. Denn die Gründe für einen Abbruch sind vielfältig wie das Leben und reichen von persönlichen, familiären Problemen, „simplen“ Gründen wie Frust oder Liebeskummer, Lese oder Schreibschwäche, bis hin zur falschen Wahl des Ausbildungsplatzes.

Hier kommen die Generationen ins Spiel, Großeltern, Eltern sind wichtige Influencer bei den jungen Menschen. Das ist deshalb so unglaublich wichtig, denn Studien zufolge fühlt sich ein größerer Teil der Jugendlichen bei der Berufsorientierung trotz Beratung in der Schule oder Angebote der BA, zu allein gelassen.

Ein kluger Weg ist also, bei den Eltern und Großeltern mit lebensnahen und ganz leicht wahrzunehmenden, niederschwelligen Angeboten zur Orientierung anzusetzen. Die enorme Bandbreite dessen, was aus Ihren Kindern und Enkeln werden kann, muss auch gut dargestellt werden. Flächendeckende Informationsangebote begleitet von Frühstück, Mittag oder Abendessen. Familiäre Arbeitsentlastung durch ein kulinarisches Angebot ist immer etwas Feines und wirkt wirklich.

Oder alternativ auch attraktive virtuelle Angebote des Handwerks für Eltern und Großeltern, die einen Benefit bei Teilnahme zur Folge haben. Denn wenn die Familie erst mal weiß, was es so alles an höchst attraktiven und zukunftsorientierten Ausbildungen gibt, ist der Rat an die jungen Menschen auch gar nicht mehr so schwer.

Wenn die Unternehmen dann noch gewinnende, attraktive Praktika mit einem Mentoring vom ersten Ausbildungstag an kombinieren, dann ist viel gewonnen. Auch die noch viel zu hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die Älteren bei der Berufsorientierung vorab einzubinden, sondern jedem Youngster im Unternehmen auch am Anfang des Berufslebens einen zuverlässigen Buddy zur Seite zu stellen. Am besten einen Menschen mit großer Erfahrung, kleinem Ego und viel Verständnis für die möglichen Schwierigkeiten des Lebens.

Ausbildung ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass junge Menschen gute Chancen auf eine Ausbildung haben und dann auch wahrnehmen und durchhalten können. Das ist ein gutes Fundament und bietet Perspektive, denn KI installiert keine Wärmepumpen oder Solardächer, sie baut keine Verkehrsinfrastruktur und kann allenfalls dabei etwas helfen.

Bild-Quelle: Mimi Thiam und iconß Team, unsplash

Über Andrea Kunwald

Zwischen Digitalisierung und Fachkräftegewinnung auch noch die Führungskultur auf die Anforderungen der neuen Zeit anpassen? Andrea Kunwald sieht darin den Schlüssel, um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, der Kunden und das Wachstum des Unternehmens zu gewährleisten. Ihr Praxiswissen aus mehreren Jahrzehnten in Wirtschaft, Aufsichtsräten und Politik machen Andrea Kunwald zu einer ganzheitlichen Expertin, die individuelle Wege und sofort umsetzbare Strategien für die Herausforderungen in der sich rasant entwickelnden digitalen Unternehmenswelt bietet. Digitalisierung. Fachkräfte. Führung.

Lösungen im Buch Führungsfrequenz Respekt. Bezug des Buches unter winwinstrategie.eu ISBN 978300073754-1.

Zu den Themen Fachkräftegewinnung, Digitalisierung und guter, respektvoller Führung hat Andrea Kunwald einen eigenen YouTube-Kanal entwickelt und aktualisiert ihn ständig mit neuen, nützlichen und spannenden Videos https://www.youtube.com/@andreakunwald.

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