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Wie kommt ein Pinguinkopf auf die Hand? Von Petra Fritz

Wer durch die Galerien dieser Welt streift, mag auf großformatigen Fotos lebensecht gemalte Exoten wie einen Panther, einen Elefanten, eine Schlange, ein Zebra oder einen Flamingo erkennen. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich jedoch nicht um Leinwand, sondern um akribisch bemalte Hände. Wie ist dies möglich, wer ist dieser kreative Künstler?

Sein Name ist Guido Daniele und seine „HANDIMALS“ sind inzwischen auf der ganzen Welt berühmt. Geboren wurde der italienische Künstler 1950 in Kalabrien. 1972 schloss er die Kunsthochschule bzw. sein Bildhauerstudium an der Brera Art School in Mailand ab und reiste für zwei Jahre nach Dharamsala, um dort die indische Tanka-Malerei zu studieren.

In Folge arbeitete Daniele als hyperrealistischer Illustrator für diverse Redaktions- und Werbefirmen in verschiedenen Maltechniken. Darunter auch im großflächigen Trompe-l’œil-Stil für Privathäuser und öffentliche Gebäude (bis zu 400 qm). 1990 entwickelte er eine spezielle Bodypainting-Technik, woraufhin seine Arbeiten in Werbebildern und Werbespots sowie bei Modeveranstaltungen und Ausstellungen Verwendung fanden. Zu Danieles beliebtesten Werken gehören jedoch seine „Handimal“-Kunstwerke, bei denen die Hände von Models (u.a. sein Sohn Michele, der heute als Photograph gemeinsam mit ihm arbeitet) so bemalt sind, dass sie wie Tiere aussehen.

Neben diversen Auszeichnungen und Kunstpreisen wurde der großartige Künstler 2007 vom Fernsehsender Animal Planet als Held des Jahres 2007 ausgezeichnet. Ausstellungen auf der ganzen Welt führten ihn u.a. von Kuba, Japan und Madagaskar bis in die USA, wo seine Werke (2015) im New Yorker Rockefeller Center gezeigt wurden; 2016 war er auch auf der Fotokina in Hamburg vertreten.

Ich habe das Glück und fühle mich sehr geehrt, ihn in Mailand persönlich zu treffen und in einer mehrstündigen Sitzung mein Handimal zu bekommen. Das Kunstwerk wird freilich nur von kurzer Dauer sein. Die Vergänglichkeit der Werke auf den Händen spielt auf die Verletzlichkeit der Tierwelt, ihren Schutz und Respekt an.

In einem romantischen Hinterhof umgeben von kleineren Wohngebäuden am Stadtrand von Mailand sitze ich gespannt in seinem Atelier. Soll es der Tucan sein? Spontan entscheide ich mich doch für das Motiv des Kaiser-Pinguins. Eigentlich ist dies ein Zwei-Hand-Werk und spontan wird beschlossen, daß die Hand meines Mannes abschließend ebenfalls bemalt wird, um den gedrungenen Hals bzw. Körperansatz zu bilden.

Nun heißt es still sitzen, den linken Arm bequem auf ein Kissen stützen und staunen (die rechte Hand habe ich frei, um meinen Kaffee zu schlürfen). Der Raum ist angefüllt mit Bildern, exotischen Reisesouvenirs und alles, was ihm lieb und teuer ist. Im Zimmer nebenan ist ein kleines Fotostudio untergebracht, wo seine Werke für die Ewigkeit festgehalten werden. Guido weiß was er tut, jeder Pinselstrich sitzt und zügig entstehen die Umrisse des schwarz-weißen Frackträgers. Da wenig Farbe im Spiel ist, ist die Darstellung des schwarz-grauen Federkleides auf dem Handrücken, und über das Handgelenk hinaus umso diffiziler. Das Wichtigste scheint mir die Ausdruckskraft des Auges. Gebannt sehe ich zu, wie sich das Tierbild entwickelt. Mal nutzt er mit ruhiger Hand einen hauchdünnen Pinsel, mal eine kleine Spraypistole zur Grundierung. Guido spricht gut Englisch, was ein Gespräch über seinen Werdegang und die Familie leichter macht. Er arbeitet konzentriert, immer mit Blick auf ein Musterfoto, aber natürlich wird beim Erzählen der ein oder anderen Anekdote auch mal gelacht.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon nach gut zweieinhalb Stunden und sachgemäßer Fixierung der Farben ist mein Kunstwerk fertigt. Nun heißt es zum Fotografieren die richtige Position zu finden, was nicht so leicht ist, will man dem Tier auf Augenhöhe begegnen. Mal von vorne, mal im Profil, links, rechts usw.

Vor dem Heimweg mag ich mich von meinem possierlichen „Freund“ noch nicht trennen und es kostet letztlich etwas Überwindung die (Lebensmittel) Farbe vor dem Schlafengehen mit Wasser und Seife zu entfernen – das Kunstwerk auf meiner Hand für immer zu zerstören. In der Nacht träume ich von einem pink-rosa Flamingo auf dem rechten Unterarm – auch sehr schick, oder?

Danieles Buch mit dem Titel „Handimals“ hat er unserer Erde – dem Blauen Planeten gewidmet. Ein Exemplar davon mit persönlicher Freundschaftswidmung darf ich nun mein Eigen nennen. Ohne es zu wissen, hatte ich mit der Auswahl des Pinguins auch sein Lieblingstier gewählt, das ihn gleich auf der ersten Seite seines Buches damit zeigt. Das Cover ziert je nach Version ein Zebra oder ein Elefantenkopf. Im Laufe seiner Karriere lernte er viele Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Wirtschaft und Tierschutz kennen. Darunter keine Geringeren als Brigitte Bardot und Jane Goodall. Mit der Schimpansen- und Verhaltensforscherin Goodall verbindet ihn seit vielen Jahren eine enge Freundschaft.

Der besagte Bildband (abgefasst in Italienischer und Englischer Sprache) kann ohne Frage als ausgefallenes Geschenk für alle diejenigen gelten, die schon alles haben oder mit etwas Außergewöhnlichem punkten wollen. Wer stattdessen gleich mehr von den tollen Handimals sehen möchte, kann dies im Internet tun: Einfach „Guido Daniele Handimals“ eingeben und schon erscheinen viele weiter unglaubliche Tier- und Objektbilder.

Petra Fritz

Die Autorin ist von Beruf Dipl-Kfm (Uni Mannheim), Jahrgang 1960, verheiratet, wohnhaft in Speyer am Rhein. Sie war 4 Jahre Personalleiterin bei den US- Streitkräften (AAFES) in Stuttgart und Heidelberg, in Folge 12 Jahre tätig im Pharma-Management von BASF (Auslandsvertrieb), davon 18 Monate bei der Tochtergesellschaft Quimica Knoll in Mexico.

Die Autorin ist von Beruf Dipl-Kfm (Uni Mannheim), Jahrgang 1960, verheiratet, wohnhaft in Speyer und Locarno. Sie war 4 Jahre Personalleiterin bei den US-Streitkräften (AAFES) in Stuttgart und Heidelberg und in Folge 12 Jahre im Pharma-Management von BASF (Auslandsvertrieb) tätig, davon 18 Monate bei der Tochtergesellschaft Quimica Knoll in Mexico.

Von 2002 bis 2022 war Petra Fritz selbständige rechtliche Berufsbetreuerin (Vormund) und Verfahrenspflegerin für verschiedene Amtsgerichte in der Vorderpfalz. Seitdem widmet sie sich verstärkt ihrer Coaching- und Autorentätigkeit.

Privat war Petra Fritz Leistungssportlerin im Eis- und Rollkunstlauf (u.a. Teilnehmerin bei der Profi-WM 1978 und Top 10 1979), später 14 Jahre lang Vize-Präsidentin des Rheinland-pfälzischen Eis- und Rollsportverbandes sowie Repräsentantin „Frau im Sport“. Heute ist sie in der Freizeit gerne auf dem Wasser und auf Ski unterwegs. Ansonsten agiert sie seit 2012 auch als semi-professional Bestager-Model, Darstellerin, Moderatorin und Bloggerin für „Topagemodel.de“.

Petra Fritz hat das Buch „Mittendrin statt nur dabei“ veröffentlicht.

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