Ausgehtipp in DNEWS24

Ausstellungstipp: Haus-Rucker-Co – Atemzonen. Lentos Kunstmuseum in Linz

Die von Haus-Rucker-Co aufgegriffenen Themen, wie etwa die zunehmende Umweltzerstörung, verdeutlichen die bis heute anhaltende Relevanz des Schaffens dieser bedeutenden österreichischen Künstler- und Architektengruppe. Das Linzer Lentos präsentiert in der Ausstellung erstmals das 2020 von der Stadt Linz angekaufte Archiv von Günter Zamp Kelp.

Mit ihren Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Architektur zählt die Gruppe Haus-Rucker-Co (1967–1992) zu einer der wichtigsten Positionen in der österreichischen Nachkriegsavantgarde. Ihr wegweisendes Werk überschritt die Grenzen traditioneller Gattungen und rief zu einer Verknüpfung von Kunst und Leben auf. Die von Haus-Rucker-Co aufgegriffenen Themen, wie etwa die zunehmende Umweltzerstörung, verdeutlichen die bis heute anhaltende Relevanz ihres Schaffens. Der Titel Atemzonen schlägt nicht zuletzt eine inhaltliche Brücke zu wichtigen Werkgruppen, wie sie etwa in der Ausstellung COVER. Überleben in verschmutzter Umwelt (1971) gezeigt wurden.

„In der Ausstellung wird die Anwesenheit des Elementes Luft thematisiert. Also die Präsenz jener Gaskombination, die aus 21 % Sauerstoff, 78 % Stickstoff, 0,93 % Argon und 0,035 % Kohlendioxyd besteht und eine essentielle Voraussetzung für terrestrisches Leben ist. Dieses Gasgemisch ist bekanntlich unsichtbar und wird uns immer erst dann bewusst, wenn es schlecht riecht, es unerträglich heiß oder kalt wird oder es uns den Atem verschlägt. Dann rufen wir nach Klimakontrolle, nach wohltemperierten, kontrollierten Environments, die unser Überleben garantieren.“ Günter Zamp Kelp, Künstler

Zamp Kelp, der die Ausstellung selbst architektonisch gestaltet hat, trennt den 800 qm großen Ausstellungsraum im Linzer Kunstmuseum durch sieben szenische Paravents in sechs Bereiche: „Klimakontrolle“, „Progressives Wohnen“, „Stadtnatur“, „Kosmos Vanilla“, „Geschichten vom Raum“ und „Orte der Kommunikation“. Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Mitglieder von Haus-Rucker-Co, darunter die Architekten Laurids Ortner, Günter Zamp Kelp, der Maler Klaus Pinter, sowie ab 1971 Manfred Ortner. Zu sehen sind prominente Projekte der Gruppe, wie u.a. Ballon für Zwei (1967) eine pneumatische Blase mit der die Gruppe bereits bei Ihrer Gründung Aufmerksamkeit erregete, Pneumacosm (1967) der Entwurf für eine visionäre Megastadt, in der radikal neue Formen des Wohnens in der Zukunft gelebt werden, oder auch die Siebdruckserie Haus-Rucker-Co on Broadway (1972), fünf Blätter, auf denen mittels Fotomontagen die Projektion klimakontrollierter architektonischer Implantate auf ungenützten Dachflächen und Freiräumen am berühmten Platz in New York visualisiert wurde. Die präsentierten Objekte, Entwürfe und Modelle stammen aus dem Ankauf des Archiv Günter Zamp Kelp durch die Stadt Linz im Jahr 2020. Bis dato ist dieser Werkblock die bedeutendste Kollektion der Architekturgruppe in einem öffentlichen Museum.

„Mit dem Ankauf der 537 Werke der oberösterreichischen Künstlergruppe Haus-Rucker-Co setzte die Stadt Linz 2020 ein nachhaltiges Zeichen für die Weiterentwicklung des Lentos Kunstmuseum und damit des Kunststandortes Linz.“, Doris Lang-Mayerhofer, Stadträtin für Kultur, Tourismus und Kreativwirtschaft

„Die erste Ausstellung dieses bedeutenden Archivs könnte nicht zeitgemäßer sein. Angesichts der aktuellen Klimakatastrophe bildet das Schaffen der Künstlergruppe einen bedeutenden inhaltlichen Referenzpunkt für die Arbeit junger Künstler.“ Hemma Schmutz, Direktorin Lentos Kunstmuseum Linz.

Das „Lentos Archiv Haus-Rucker-Co“ besteht aus Arbeiten, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts entstanden sind. Um diesen Werken aktuelle Positionen gegenüberzustellen, wurden Studierende der Abteilung raum&designstrategien der Kunstuniversität Linz eingeladen, zum Thema „Atmen und Atemzonen“ Projekte und Statements zu entwickeln, die in einem extra Raum unter dem Ausstellungstitel Frische Luft präsentiert werden. Zusätzlich wird die Ausstellung durch eine Soundarbeit von Kirsten Reese im Freiraum des Lentos ergänzt. „Atemzonen“ prangt auf einem transparenten Banner mit Blick auf das gegenüberliegende Donauufer. Mittels Atemgeräusche in Verbindung mit den mechanischen Klängen medizinischer Beatmungsgeräte umfängt die Soundinstallation die Hörenden wie eine akustische Hülle am umbauten Vorplatz des Museums.

Die Ausstellung wird darüber hinaus von einem fulminanten Programm begleitet. Besucher*innen können u.a. eine Führung in Kombination mit einer Atemmeditation in Anspruch nehmen, an einer Diskussionsrunde zu Archtiektur und Stadtklima teilnehmen oder Gründungs-Mitglied Günter Zamp-Kelp und Zukunftsforscher Ludwig Engel bei einer Führung durch die Ausstellung begleiten. Die Schau Haus-Rucker-Co. Atemzonen ist bis 25.02.2024 im Lentos Kunstmuseum Linz zu sehen.

Lentos Kunst­mu­se­um Linz

Ernst-Koref-Pro­me­na­de 1, A-4020 Linz

Öffnungszeiten

Di – So 10 – 18 Uhr

Do 10 – 20 Uhr

Mo geschlos­sen

Ticketpreise

Erwachsene € 11,00
Ermäßigt € 9,00
Ermäßigt € 5,00
Schüler im Klassenverband frei
Familien 1 Elternteil + Kind(er) € 16,00
Familien 2 Elternteile + Kind(er) € 24,00
Kinder bis 7 Jahre frei
Menschen mit Beeinträchtigung5 € 5,00

Mehr Informationen: lentos.at.

DNEWS24 auf Twitter folgen

DNEWS24-Beitrag teilen

Der Beitrag Ausstellungstipp: Haus-Rucker-Co – Atemzonen. Lentos Kunstmuseum in Linz erschien zuerst auf Demografie – Wir informieren, Sie entscheiden!.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert