Der Kommentar am Sonntag in DNEWS24.

Gedankenmacher: Wer braucht schon diese Frau?

Die linke Populistin schaufelt ihrer Partei das Grab. Der AfD erwächst eine starke Konkurrenz.

Wer dachte, schlimmer und skurriler könne es nicht mehr kommen, sieht sich getäuscht. Die Parteienlandschaft in Deutschland nimmt quantitativ zu, über die Qualität lässt sich trefflich streiten.

Die begnadete und gnadenlose Populistin Sahra Wagenknecht macht sich selbständig. Sie gründet ihre eigene Partei, die sie – ganz uneitel – Bündnis Sahra Wagenknecht nennt. Das Programm ist mit zwei Worten umrissen: national und sozialistisch. Vier Buchstaben charakterisieren, ihre Ideen: ANTI. Wagenknecht ist gegen alles, was ihr nicht passt. Sie ist anti-amerikanisch, anti-europäisch, anti-israelisch, anti-globalisierung und, und, und. Wofür sie ist, was sie konkret wie umsetzen will, bleibt eher nebulös. Das ist auch nicht tragisch, denn genauso wie die AfD, die ihrer Partei inhaltlich sehr nahesteht, wird Wagenknecht auf lange Zeit nicht koalitionsfähig sein. Keine Partei, die demokratisch-freiheitlich ist und auf sich hält, wird mit der Renegatin der Partei Die Linke/PDS/SED etwas zu tun haben wollen.

Stellt sich die Frage, warum tut Wagenknecht das? Nun, eine Partei zu gründen, die nicht völlig erfolglos bei Wahlen ist, kann ein lohnendes Geschäft sein. Die Parteienfinanzierung macht es möglich. Demoskopen schreiben der Wagenknecht-Partei Potential zu, das der CDU/CSU und das der AfD ebenbürtig wäre: 27 % der Deutschen können sich vorstellen, die Wagenknecht-Partei zu wählen.

Mehr Einladungen in öffentlich-rechtliche Talk-Shows wird die Dauer-Quatscherin mit dem Rechthaberei-Duktus nicht bekommen können. Aber insgesamt wird die gesteigerte Medienpräsenz die Wagenknecht-Eitelkeit befriedigen.

Gibt es außer Sahra Wagenknecht jemand, der die neue Partei braucht? Nein. Denn inhaltlich steht die AfD für den gleichen kruden Unsinn bereit, den die Wagenknecht auch vertreten will. Einige Funktionäre und Abgeordnete der Partei Die Linke werden wohl zu Wagenknecht wechseln, weil sie sich dort mehr Pfründe-Überlebenschancen erhoffen als bei der siechenden Alt(en)-Partei Die Linke.

Und Alice Schwarzer? Sie jubelte ja mit der Wagenknecht auf einer peinlichen Anti-Ukraine-Demo in Berlin. Vielleicht wird die frühere EMMA-Herausgeberin ja Schriftführerin des BSW?

Der Autor

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus, des Bundesverband Initiative 50Plus Austria und Sprecher des European Center of Competence for Demography.

Bis 1996 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Nach zwei Jahren im Ausland lebt er heute in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten, unter denen die Bewohner täglich leiden, einfach ignorieren.“

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