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INSA-Sonntagsfrage: Die FDP muss um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen

Jede Woche veröffentlicht DNEWS24 die aktuellen Zahlen der INSA-Potential-Analyse zur Sonntagsfrage.

Die Mitglieder der FDP entscheiden darüber, ob ihre Partei aus der Ampel-Koalition aussteigen soll. Der Mitgliederentscheid ist nicht bindend, dennoch dürfte es der Fraktion und dem Bundesvorstand schwer fallen, gegen die Meinung der eigenen Mitglieder an der kritisierten Regierung festzuhalten. Auch wir haben Wähler der FDP gefragt, ob sie es begrüßen würden, wenn die FDP die derzeitige Bundesregierung verließe. Jeder dritte befragte aktuelle FDP-Wähler (33 Prozent) würde dies tun, die relative Mehrheit dieser Wählergruppe (42 Prozent) lehnt diesen Schritt aber ab. Darüber hinaus sind lediglich die Wähler der SPD relativ mehrheitlich dagegen, dass die FDP aus der Ampel-Koalition aussteigt (40 Prozent). Aber selbst die Wähler des dritten Koalitionspartners, Bündnis90/Die Grünen, sind relativ mehrheitlich (48 Prozent dafür zu 27 Prozent dagegen) dafür, dass die Liberalen die Bundesregierung verlassen. Noch deutlicher spricht sich die Mehrheit der Wähler von CDU/CSU (53 Prozent dafür zu 23 Prozent dagegen), Linkspartei (56 Prozent dafür zu 22 Prozent dagegen) und AfD (69 Prozent dafür zu 10 Prozent dagegen) dafür aus, dass die Freien Demokraten aus der Regierung mit SPD und Bündnis90/Die Grünen aussteigen.

An der Schwelle zum neuen geht der Blick auch zu den demoskopischen Veränderungen im laufenden Jahr: SPD und FDP hat das Jahr 2023 stark gebeutelt. Die Grünen sind zwar auch schwächer geworden, haben aber ihr Niveau bei der letzten Bundestagswahl noch im Blick. Bei den Befragten, die sich selbst links der Mitte verorten, sind sie mit 27 Prozent in diesem Spektrum mittlerweile wieder stärkste Kraft, knapp vor der SPD mit 25 Prozent und weit vor der Union mit 15 Prozent. Von den 36 Prozent der Befragten mit Parteinennung in d er Sonntagsfrage, die sich selbst in der Mitte verorten, stimmen 40 Prozent für die CDU/CSU, 20 Prozent für die AfD und 15 Prozent für die SPD. Inzwischen sind es 28 Prozent der Befragten mit Wahlpräferenz, die sich rechts der Mitte verorten, vor einem Jahr waren es noch 23 Prozent. Fast jeder Zweite dieser Wählergruppe (46 Prozent) würde derzeit der AfD seine Stimme geben, weitere 39 Prozent der CDUCSU. Ohne Frage haben nicht nur Union und AfD im zu Ende gehenden Jahr deutlich Stimmen dazugewonnen, auch immer mehr Wähler, verorten sich selbst rechts der Mitte oder stimmen für Parteien rechts der Mitte, auch wenn sie sich selbst in der politischen Mitte verorten. Vor einem Jahr sahen sich noch 36 Prozent links der Mitte, aktuell sagen das noch 30 Prozent von sich. Die Zahl der Befragten, die aktuell eine Wahlpräferenz haben und sich selbst als Mitte-Wähler ansehen, war im Dezember 2022 wie heute auch bei 36 Prozent.

Hermann Binkert (INSA)

Aktuelle Sonntagsfrage (INSA-Potentialanalyse).

Die Union kann in dieser Woche ihre Position als derzeit stärkste politische Kraft bei einer Bundestagswahl ausbauen: So belegt diese mit nun 31,5 Prozent (+1,5) deutlich den ersten Platz. Dahinter folgt die AfD mit 23 Prozent (+ 0.5). Die SPD (- 0,5) und die Grünen (+/- 0) bilden das Mittelfeld und die FDP (5 %, -1) sowie die Linkspartei (4 %, +/- 0) müssten derzeit bei einer Bundestagswahl um den Einzug in das Parlamenent bangen. Die Freien Wähler (2,5 %, -0,5) würden diesen deutlich verfehlen. Insgesamt können also nur Union und AfD im Vergleich zur Vorwoche an Punkten zulegen und während Grüne und Linke stagnieren, verlieren SPD, FDP und Freie Wähler marginal.

Auch bei den sicheren Wählern können nur Union und AfD jeweils einen Prozentpunkt zulegen, wohingegen sowohl die SPD, die Grünen als auch die FDP jeweils einen Prozentpunkt verlieren und die Werte der beiden restlichen Wählergruppen jeweils konstant bleiben.

Den Anteil an potentiellen Wählern kann in dieser Woche einzig die Union um einen Prozentpunkt erhöhen. Die Grünen und die Linkspartei verlieren hier jeweils einen Prozentpunkt und die Potentiale der übrigen Parteien verändern sich jeweils nicht.

Das Negativpotential, also den Anteil derer, welche die Wahl der jeweiligen Partei grundsätzlich ausschließen, können in dieser Woche einzig die Grünen um einen Prozentpunkt verringern. Die Union und die Linkspartei erhöhen diesen Anteil um einen und die FDP sowie die AfD um jeweils zwei Prozentpunkte. Die Negativpotentiale der anderen Parteien verändern sich jeweils nicht.

Die aktuelle Analyse von INSA-Chef Hermann Binkert

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